traumasensibles yoga

Trauma

Von einem größeren oder kleineren Trauma ist im Laufe seines*ihres Lebens beinahe jede*r betroffen. Als Trauma kann eine Situation bezeichnet werden, die unsere aktuellen Fähigkeiten, diese zu bewältigen, übersteigt.

Neben dem Erleben von Gewalt und körperlicher Bedrohung können auch eine unsichere Beziehung zu Bezugspersonen oder emotionale/körperliche Misshandlung oder Vernachlässigung in der Kindheit zu einer Traumatisierung führen.

In solchen Situationen schaltet unser Nervensystem in den Kampf- oder Fluchtmodus . Wenn sich anschließend aber herausstellt, dass wir nicht in der Lage sind, die Situation aktiv zu verändern oder zu verlassen, sorgt unser System für eine „Notabschaltung“, wir unterbrechen die Verbindung zu unserem Erleben, werden innerlich taub.

Das ist ein normaler und für den Moment sinnvoller Vorgang. Je nachdem, unter welchen Umständen dies geschieht, kann es jedoch sein, dass wir dadurch im Kampf- und Fluchtmodus „steckenbleiben“. Manchmal für Wochen, manchmal für Jahre und Jahrzehnte.

 

Die bereitgestellte Energie bleibt im Körper gespeichert und die Betroffenen stehen häufig permanent unter großer innerer Anspannung, die gleichzeitig mit einem hohen Muskeltonus verbunden ist. Wirklich zu entspannen fällt schwer und das System wechselt zwischen dieser hohen Anspannung und völliger Erschöpfung - fast ohne Zwischenstufen - hin und her.

Was macht traumasensibles Yoga besonders?

KLEINE GRUPPEN

Traumasensibles Yoga wird in Einzelstunden oder Gruppen von maximal 4-6 Teilnehmern unterrichtet.

ERLEBEN DES GEGNWÄRTIGEN AUGENBLICKS

Oft fällt es Traumatisierten schwer, in der Gegenwart präsent zu bleiben. Sie schweifen ab und "sind mit den Gedanken immer irgendwo anders".

Im traumsensiblen Yoga wird die Aufmerksamkeit immer wieder auf das Jetzt gerichtet. So wird eingeübt, das innere Erleben besser wahrzunehmen.

KÖRPERWAHRNEHMUNG

Traumasensibles Yoga unterstützt Sie darin, das Wahrnehmen des eigenen Körpers und das Zurückkommen zu sich selbst zu üben. Nach und nach wird ein differenziertes Körperempfinden etabliert und kann als weniger bedrohlich wahrgenommen werden.

Ziele des traumasensiblen Yoga

Yoga für Traumatisierte kann dabei helfen, Zustände der „wachen Entspannung“ zu schaffen und zu etablieren, in denen das autonome Nervensystem weder „ganz oben“ noch „ganz unten“ ist.

So kann dem Nervensystem dabei geholfen werden, seine Fähigkeiten zu einer feineren Regulierung wieder zu entwickeln.

Dazu muss allerdings bei den Teilnehmer*innen (und ihrem Nervensystem) ankommen, dass die Gegenwart sicher ist. Deshalb wird bei dieser Art des Yoga ein zentraler Fokus auf das bewusste Erleben des gegenwärtigen Moments gelegt.

Das Schaffen einer sicheren Umgebung, in der Ihre Grenzen gewahrt und Ihnen Wahlmöglichkeiten angeboten werden, ermöglicht es Ihnen, sich wieder auf sich einzulassen und zu üben, sich besser wahrzunehmen:

"Wie fühle ich mich genau jetzt?"

"Was brauche ich jetzt?"

"Was kann ich jetzt tun, um mich besser, sicherer oder wohler zu fühlen?"

So kann es Ihnen nach und nach gelingen, wieder ein Gefühl für sich selbst, Ihre Stärke und Handlungsfähigkeit zu entwickeln.